Gefahrgutschulung laut Kapitel 1.3 ADR

Es gibt detaillierte gesetzliche Vorgaben für den Transport gefährlicher Güter auf der Straße, die auch international Gültigkeit besitzen. Das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße schreibt diese Fest – nach der französischen Bezeichnung „Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route“. Mann nennt sie auch kurz ADR. Insgesamt 52 Vertragsstaaten haben sich dem ADR angeschlossen.

Das ADR-Abkommen enthält unter anderem Vorgaben zur Kennzeichnung, Verpackung und Ladungssicherung sowie Dokumentation. Es definiert Gefahrgutklassen und deren Kennnummern (UN-Nummern), die bei der Verpackung beachtet und bei der Kennzeichnung verwendet werden müssen. Elementar für das ADR sind die Sicherheitspflichten beim Transport sowie die Vorschriften zur korrekten Dokumentation und Bezettelung. Aber auch die Ausbildung und Schulung von beteiligten Mitarbeitern und nicht zuletzt Fahrern ist hier geregelt. Fahrer von Gefahrguttransporten benötigen oft einen speziellen Gefahrgutführerschein laut ADR 8.2.1. Aber die umfassende Schulung endet nicht beim Fahrer, sondern geht bei alle Mitarbeiter, die mit der Vorbereitung von Transporten zu tun haben, etwa indem sie Gefahrgut verpacken oder bezetteln, weiter. Unternehmen, die Gefahrgüter transportieren, benötigen nach dem ADR außerdem einen eigenen Gefahrgutbeauftragten.

Wichtig ist: Das ADR wird alle zwei Jahre novelliert, um es an die neuesten Kenntnisse anzupassen. Es ist daher unerlässlich, Mitarbeiter regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen. Verstöße gegen das ADR können zudem hohe Strafen nach sich ziehen!

Das ADR besagt, das nicht nur Fahrer im Umgang mit gefährlichen Gütern geschult sein müssen, sondern jegliche Mitarbeiter, die am Transport beteiligt sind. Die ADR-Schulung nach Kapitel 1.3 des Abkommens richtet sich also an alle Personen, die in Ihrem Unternehmen mit der Vorbereitung von Gefahrgütern zum Transport zu tun haben, also zum Beispiel mit der Verpackung, Befüllung von Containern und Tanks oder mit Ladevorgängen. In bestimmten Fällen ist sie auch für Fahrer relevant – speziell wenn gefährliche Güter nur in begrenzten Mengen transportiert werden, die keiner speziellen ADR-Bescheinigung bedürfen. Wichtig ist, das alle Mitarbeiter gemäß ihrem Aufgabenbereich unterwiesen wurden, noch bevor sie mit ihrer Tätigkeit beginnen.

In der ADR-Schulung 1.3 werden alle Vorschriften und Normen der aktuell gültigen Version des ADR behandelt. Als Teilnehmer erfährt man unter anderem, welche Gefahrgutklassen existieren und wie diese korrekterweise mit Warnzeichen zu kennzeichnen sind. Außerdem wird der Ablauf einer Gefahrgutbeförderung im Detail erörtert, mit allem was dazugehört: Begleitpapiere, Be- und Entladen, bis hin zu Maßnahmen bei Unfällen.
Die ADR-Schulung nach Kapitel 1.3 muss wie viele andere mindestens im Zweijahres-Rhytmus wiederholt werden, um den gesetzlichen Anforderungen zu genügen.

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